Schwerkranke, ältere und bettlägerige Menschen haben ein hohes Risiko, ein Druckgeschwür zu bekommen. Dies geschieht vor allem dann, wenn zu lange zu viel Druck auf bestimmten Körperregionen wie Rücken, Gesäß oder Fersen lastet und sie sich wund liegen. Ein solches Druckgeschwür wird Dekubitus genannt. Es entwickelt sich vor allem bei pflegebedürftigen Menschen und schwerkranken Krankenhauspatienten mit langen Liegezeiten. Trotz der Anwendung spezieller Pflegemethoden und -hilfsmittel kann die Entstehung eines Druckgeschwürs nicht immer verhindert werden. Dennoch gilt die Vermeidung von Druckgeschwüren als gute Behandlungsqualität.
| Grad | Erläuterung |
|---|---|
| Grad 1 | Hautrötung auch nach Entlastung, Wärmegefühl, Haut aber noch intakt |
| Grad 2 | Oberflächliche Hautabschürfungen und Blasenbildung |
| Grad 3 | Tiefe Wunde, alle Hautschichten und das darunter liegende Bindegewebe sind zerstört |
| Grad 4 | Tiefe Wunde mit schweren Verletzungen der darunter liegenden Muskeln, Sehnen und Knochen |
Weitere Erklärungen zum Thema unter Medizinische Informationen.
Besonders gefährdete Patienten
Zur Messung der Qualität der einzelnen Krankenhäuser bei der Vermeidung von Druckgeschwüren werden alle Patienten (anonymisiert) ab dem 75. Lebensjahr berücksichtigt, da diese ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung von Druckgeschwüren haben. Daneben sind Rückenmark- und Schädel-Hirnverletzte, Patienten auf Intensivstationen oder in Beatmungszentren stärker gefährdet, ein Druckgeschwür auszubilden, als zum Beispiel Patienten, die sich selbstständig bewegen können. Auch Diabetiker und Gefäßerkrankte haben ein erhöhtes Druckgeschwür-Risiko.
So werden die Qualitätsergebnisse vergleichbar
Der Anteil solcher Risikopatienten ist in den verschiedenen Krankenhäusern unterschiedlich hoch. Kliniken, die viele Hochrisikopatienten behandeln, weisen höhere Dekubitus-Zahlen auf als andere mit wenigen Risikopatienten. Damit Krankenhäuser mit vielen Risikopatienten und folglich mehr Dekubitus-Fällen nicht scheinbar schlechter abschneiden, werden alle Krankenhäuser rechnerisch vergleichbar gemacht. Für jedes Krankenhaus wird nach einem komplizierten Rechenmodell ein so genannter risikoadjustierter Wert ermittelt: nämlich die Rate an Dekubitus-Fällen, die es erreicht hätte, wenn der Anteil an Risikopatienten in allen Krankenhäusern exakt gleich gewesen wäre.
Zahl der Patienten ab dem 75. Lebensjahr, die in Bremer und Bremerhavener Krankenhäusern behandelt wurden (Januar-März 2010)
Um den Dokumentationsaufwand für die Krankenhäuser gering zu halten, werden die Anzahl der Patienten ab dem 75. Lebensjahr und die Zahl der Druckgeschwüre und nur während des 1. Quartals eines jeden Jahres erfasst. Der im 1. Quartal errechnete Wert steht stellvertretend für das gesamte Jahr, da sich erfahrungsgemäß die Zahlen von Quartal zu Quartal kaum ändern.
Social Bookmarking