Über den Krankenhausspiegel

Datenerhebung und -bewertung

Die Erhebung der Qualitätsdaten ist bundesweit einheitlich. Bei jeder Brustkrebs- oder bei jeder Hüftoperation müssen die Ärzte in allen Kliniken Deutschlands die gleichen Formulare ausfüllen und die gleichen Fragen beantworten. Diese Dokumentationen gehen an die jeweils zuständige Landesgeschäftsstelle, in Bremen also an das Qualitätsbüro Bremen, und werden dann bundesweit zusammengeführt.

Abweichungen vom Qualitätsziel

Besondere Aufmerksamkeit schenken die Fachgremien den Kliniken mit Ergebnissen, die vom Zielbereich abweichen – positiven wie negativen. Die Experten bitten dann die betroffenen Krankenhäuser um eine schriftliche Stellungnahme, wie es zu dem jeweiligen Resultat gekommen ist. Dieses Verfahren nennt sich "strukturierter Dialog". Ziel des strukturierten Dialogs ist es, die zahlenmäßig auffälligen Ergebnisse in Zusammenarbeit mit den Kliniken auf mögliche qualitative Auffälligkeiten zu prüfen. Hierdurch sollen die Kliniken in ihren fortwährenden Bemühungen, Behandlungsergebnisse und Arbeitsabläufe sowie die dazugehörige Dokumentation zu verbessern, unterstützt werden.

Gründe für Abweichungen

Erklärungen können zum Beispiel Dokumentationsprobleme sein, wenn etwa die zu übermittelnden Datensätze versehentlich falsch oder unvollständig ausgefüllt wurden. Auch kann es zu auffälligen Ergebnissen kommen, wenn ein Krankenhaus besonders viele schwerkranke Patienten behandelt. Diese haben ein größeres Risiko komplizierter Krankheitsverläufe. Deshalb erscheinen die statistischen Behandlungsergebnisse oft schlechter, ohne dass die Versorgungsqualität tatsächlich schlechter ist. Genau diese Fälle können durch den strukturierten Dialog geklärt werden.

Kontrollen durch die Fachgruppen

Andererseits kann es auch sein, dass die Stellungnahme eines Krankenhauses nicht ausreicht, um die Annahme eines Qualitätsproblems auszuräumen. In diesem Fall wird die Klinik intensiv an der Verbesserung der Patientenversorgung arbeiten. Die Fachgruppe kontrolliert dann den Erfolg in den folgenden Jahren. Auffällige Ergebnisse können also auch bei guter Patientenversorgung entstehen. Im strukturierten Dialog des Qualitätsbüros Bremen mit den Krankenhäusern wird daher für jede Auffälligkeit geklärt, welche Ursachen die Abweichungen vom Zielbereich hatten. Erst danach erfolgt die Bewertung z.B. in "qualitativ unauffällig" (gute Qualität) oder "qualitativ auffällig" (schlechte Qualität).