Versorgung von Schwerverletzten

Traumanetzwerke – schnelle Versorgung von Schwerverletzten

Menschen mit schweren Verletzungen müssen schnell und angemessen in einem Krankenhaus versorgt werden. Um dies sicherzustellen, haben zahlreiche Krankenhäuser mit unfallchirurgischen Abteilungen so genannte Traumazentren eingerichtet und sich regional zu Traumanetzwerken zusammengeschlossen (von altgriechisch „Trauma“ = Wunde, gemeint sind alle durch Gewalteinwirkung entstandenen Verletzungen des Organismus). In Deutschland sind mehr als 50 Traumanetzwerke registriert. In Bremen, Bremerhaven und Umgebung gewährleistet das Traumanetzwerk Bremen die schnelle und hochwertige Versorgung von Schwerverletzten.

Enge Kooperation der Kliniken

Die Kooperation der beteiligten Kliniken untereinander und mit den Rettungsdiensten ist sehr eng und erfolgt über das elektronische Meldesystem „Ivena“. Hier geben alle Krankenhäuser fortlaufend ihre aktuellen Behandlungskapazitäten, die Verfügbarkeit von Geräten und die Zahl der freien Betten an. Die Rettungsdienste und die Rettungsleitstelle der Feuerwehr können sich live über Monitore darüber informieren, in welcher Klinik Kapazitäten frei sind und schwerverletzte Patienten die am besten geeignete Behandlung bekommen, und diese direkt anfahren. Zusätzlich werden die Schwerverletzten vom Notarzt über die „Trauma-Hotline“ telefonisch angekündigt. Jede Klinik hat dazu ein sogenanntes „Trauma-Handy“ eingerichtet, das sieben Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag mit einem kompetenten Ansprechpartner besetzt ist. Das Polytrauma-Team kann sich dann optimal auf die Versorgung der angekündigten Schwerverletzten vorbereiten.

Interdisziplinäre Behandlungsteams

Wenn einem Traumazentrum von der Leitstelle ein Schwerverletzter angekündigt wird, setzt sich dort sofort eine Meldekette in Gang, die alle Ärzte, Pflegekräfte und Spezialisten, die nach Auskunft des Notarztes für den spezifischen Patienten erforderlich sind, alarmiert. So steht bei Ankunft des Patienten ein interdisziplinäres Behandlungsteam bereit. Ziel ist, dass jeder Schwerverletzte möglichst schnell nach dem Unfall im Schockraum eines geeigneten Traumazentrums sein soll.

Weltweit standardisiertes Behandlungskonzept

Die Versorgung von schwerverletzten Patienten erfolgt nach den Vorgaben des Advanced Trauma Live Support (ATLS), einem weltweiten Behandlungskonzept, das die Unfallchirurgen aller Kliniken regelmäßig trainieren, um die Diagnostik und Erstversorgung in der frühen innerklinischen Phase im Schockraum schnell und standardisiert durchführen zu können. In Qualitätszirkeln werten die Kliniken rückblickend alle Fälle aus und leiten gegebenenfalls Verbesserungsprozesse ein. Damit wird die ständige Optimierung der Versorgungsqualität sichergestellt.