Therapeutische und soziale Berufe

Bremer und Bremerhavener Krankenhäuser sind wichtige Einsatzorte für Therapeutinnen und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen wie Physio-, Ergo- und Psychotherapie sowie Logopädie sowohl in Festanstellung als auch in freiberuflicher Tätigkeit. In Krankenhäusern mit Bäderabteilungen sind auch Medizinische Bademeisterinnen und Bademeister tätig. Im Sozialdienst der Krankenhäuser und als so genannte Fall-Manager (auch Case Manager, Patientenlotsen oder Patienten-Koordinatoren genannt) sind häufig Angehörige sozialer Berufe wie Sozialpädagoginnen und -pädagogen oder Sozialarbeiterinnen und -arbeiter beschäftigt.

Physio- und Ergotherapeutinnen und -therapeuten sowie Logopädinnen und Logopäden arbeiten im Krankenhaus vor allem im Bereich der Frührehabilitation nach schweren Unfällen, Operationen und Schlaganfällen, aber auch in anderen Bereichen wie Altersheilkunde (Geriatrie), Kinderheilkunde (Pädiatrie) und Psychiatrie. Ausbildungen in diesen Berufen werden im Land Bremen von verschiedenen Berufsfachschulen angeboten. Derzeit werden die Bremer Therapieschulen unter das Dach des kommunalen Klinikverbunds Gesundheit Nord übergeleitet.

  • Physiotherapie: Physiotherapie umfasst, vereinfacht ausgedrückt, insbesondere Krankengymnastik, Massagen, Lymphdrainage, Bäder usw. Ausbildung im Land Bremen an der Schule für Physiotherapie der Bremer Heimstiftung
  • Ergotherapie: Training der Alltagsfähigkeiten von Patienten. Ausbildung an der Schule für Ergotherapie der Bremer Heimstiftung
  • Logopädie: Sprech- und Schlucktraining. Ausbildung an der Schule für Logopädie der Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer Bremen (wisoak)

Voraussetzung für die Ausbildungen ist jeweils der mittlere Schulabschluss. Mit dem neuen Schuljahr wird von den hier genannten Ausbildungseinrichtungen kein Schulgeld mehr erhoben. Wer dann neu mit dieser Ausbildung beginnt, erhält zudem eine Ausbildungsvergütung. Nach einer Therapeutenausbildung bietet die Hochschule Bremen die Möglichkeit eines Studiums der Angewandten Therapiewissenschaften Logopädie und Physiotherapie mit Bachelor-Abschluss. Die Vergütung der Therapeutinnen/Therapeuten richtet sich nach dem jeweiligen Tarifvertrag.

Psychotherapeutinnen und -therapeuten sind im Krankenhaus unter anderem in der psychologischen Betreuung von Patientinnen und Patienten bei langwierigen, belastenden Erkrankungen und Therapien (z.B. als Psychoonkologen bei Krebsbehandlungen) oder nach schweren Operationen mit bleibenden Gesundheitsschäden, Behinderungen und Amputationen tätig. Weitere Einsatzgebiete sind die Altersheilkunde (Geriatrie), die Kinderheilkunde (Pädiatrie) sowie die Psychiatrischen Kliniken Bremen-Ost und Bremen-Nord, das AMEOS Klinikum Dr. Heines Bremen und das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide. Eine Tätigkeit als Psychotherapeut/-in setzt zunächst ein Studium voraus, entweder in Psychologie (an der Universität Bremen sowie an der privaten Jacobs University möglich) oder in Medizin mit Spezialisierung auf Psychiatrie und Psychotherapie. Bei beiden Studiengängen ist zusätzlich eine mehrjährige Psychotherapeuten-Ausbildung auf eigene Kosten erforderlich. Im Land Bremen gibt es hierfür mehrere psychotherapeutische Weiterbildungsinstitute.

In Krankenhäusern mit einer Bäderabteilung sind ausgebildete Masseure/-innen und medizinische Bademeister/-innen beschäftigt. Sie führen auf ärztliche Anweisung physikalische Therapieanwendungen durch, z.B. Bewegungsbäder, Wassergymnastik, Fango- und Schlickbäder, Kälte- und Wärmeanwendungen, Elektrotherapie, Massagen usw. Die 2,5-jährige Ausbildung wird von privaten Schulen angeboten und ist kostenpflichtig, Voraussetzung ist die einfache Berufsbildungsreife. Therapiebäder haben z.B. die Kliniken Bremen-Mitte, Bremen-Ost und Links der Weser, das DIAKO Ev. Diakoniekrankenhaus, das Krankenhaus St. Joseph-Stift, das AMEOS Klinikum Dr. Heines Bremen, das Neurologische Rehabilitationszentrum Friedehorst, das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide, die AMEOS Kliniken Mitte Bremerhaven und Am Bürgerpark (Bewegungsbad im AMEOS Klinikum Seepark Geestland).

In vielen Krankenhäusern können Patienten (auf eigene Kosten) eine Fußpflegerin oder eine Friseurin bzw. einen Fußpfleger oder Friseur bestellen. Diese sind freiberuflich tätig und nicht beim Krankenhaus angestellt. Zum Teil stellen die Krankenhäuser ihnen eigene Räumlichkeiten (Fußpflegesalon, Friseursalon) im Krankenhausgebäude zur Verfügung.

Die Sozialdienste der Krankenhäuser organisieren vor der Entlassung von Patienten die weiteren notwendigen Maßnahmen wie die ambulante Anschlussversorgung, Rehabilitations- und Pflegeleistungen, Hilfsmittel, soziale Unterstützungsleistungen usw. (siehe Rubrik Entlassung aus dem Krankenhaus). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sozialdienst haben aufgrund ihrer intensiven Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens einen umfassenden Überblick über die vorhandenen Hilfsangebote und deren Finanzierung und stellen für die Patienten die notwendigen Anträge bei den zuständigen Kostenträgern. Häufig werden studierte Sozialpädagoginnen/-pädagogen bzw. Sozialarbeiterinnen/-arbeiter für diese Aufgaben eingesetzt oder auch Pflegekräfte mit entsprechender Weiterbildung. An der Hochschule Bremen gibt es den Studiengang Soziale Arbeit (auch als duales Studium) mit Bachelor-Abschluss.

Krankenhaus-Seelsorgerinnen und -Seelsorger sind in der Regel studierte Theologinnen oder Theologen, die entweder direkt bei den Krankenhäusern angestellt sind oder von den Kirchen an Krankenhäuser entsandt werden. Sie halten Gottesdienste an den Krankenhäusern ab und stehen den Patienten für persönliche Gespräche, geistliche Begleitung und Trost zur Verfügung.

In der Pflegeausbildung der Krankenhäuser sind ausschließlich langjährig erfahrene examinierte Pflegekräfte mit entsprechender Weiterbildung als Praxisanleiterin bzw. -anleiter tätig. Ein Pädagogik-Studium für Pflegekräfte mit abgeschlossener Ausbildung wird von der Universität Bremen als Bachelor-Studiengang (Pflegewissenschaften, Schwerpunkt Lehre) sowie als Master-Studiengang (Berufspädagogik Pflegewissenschaft) angeboten.

Kinder, die längere Zeit im Krankenhaus verbringen müssen und daher Schulunterricht verpassen, werden in verschiedenen Krankenhäusern von Lehrkräften unterrichtet, so etwa in der Prof.-Hess-Kinderklinik am Klinikum-Bremen-Mitte, in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Bremen-Nord sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Bremen-Ost. Dort gibt es auch eigene Schulräume. Die Lehrerinnen und Lehrer sind nicht bei den Krankenhäusern angestellt, sondern werden von der Schule an der Züricher Straße entsandt. In Bremerhaven gibt es eine Klinikschule an der ARCHE Klinik in Kooperation mit dem benachbarten Schulzentrum Carl von Ossietzky.