Krebserkrankungen

Welche Versorgungsformen im Krankenhaus gibt es?

Die Krankenhäuser in Bremen und Bremerhaven bieten unterschiedliche Formen der Versorgung von Krebserkrankungen je nach Schwere und Stadium der Erkrankung.

Vollstationäre Versorgung

Patienten werden vollstationär im Krankenhaus aufgenommen, wenn zum Beispiel eine Operation ansteht, die (mit vorbereitenden Untersuchungen und anschließender Überwachungs- und Genesungsphase) einen mehrtägigen Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich macht. Ebenso werden an verschiedenen Krankheiten gleichzeitig erkrankte oder ältere, geschwächte Patienten für Behandlungen wie eine Strahlen- oder Chemotherapie stationär aufgenommen, um bei eventuellen Komplikationen sofort eingreifen zu können. Auch im Rahmen einer teilstationären Therapie können Patienten, wenn es erforderlich oder sinnvoll ist, vorübergehend stationär versorgt werden.

Immer mehr Eingriffe, auch in der Krebstherapie, werden heute aber auch endoskopisch per schonender minimal-invasiver „Schlüsselloch-Technik“ durchgeführt, sodass dann auf eine große offene Operation verzichtet werden kann. Dadurch verkürzen sich die Liegezeiten, und die Patienten können schon nach einem oder wenigen Tagen entlassen werden. (siehe auch unten „Ambulante Operationen“)

Teilstationäre Versorgung (Onkologische Tagesklinik)

Nach einem stationären Aufenthalt oder wenn keine Operation notwendig ist, werden Patienten häufig teilstationär (weiter-) behandelt. Beide Formen der Versorgung sind eng miteinander verzahnt. Für eine teilstationäre Behandlung gehen Patienten über einen längeren Zeitraum regelmäßig tagsüber für mehrere Stunden zur Therapie ins Krankenhaus, etwa für Bestrahlungen, Chemo- oder Immuntherapie – nach einem individuell ausgearbeiteten Therapiekonzept und unter Aufsicht onkologisch erfahrener Fachärzte und Pflegekräfte. Die teilstationäre Therapie entspricht in ihrer Intensität nahezu einer vollstationären Behandlung, die Patienten können aber den Abend und die Nacht zu Hause verbringen.

Im Land Bremen bieten diese Krankenhäuser eine teilstationäre Krebstherapie in onkologischen Tageskliniken:

  • Klinikum Bremen-Mitte: Hämatologisch-onkologische Tagesklinik (HOT)
  • Klinikum Bremen-Ost: Pneumologisch-onkologische Tagesklinik (POT)
  • Klinikum Bremen-Ost:Tagesklinik für Gastroenterologie, Hämatologie und Onkologie (GHOTA)
  • Klinikum Bremen-Nord: Hämatologische/onkologische Tagesklinik
  • Klinikum Links der Weser: Tagesklinik Onkologie
  • DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus: Hämatologisch-onkologische Tagesklinik
  • Krankenhaus St. Joseph-Stift: Onkologische Tagesklinik
  • Klinikum Bremerhaven Reinkenheide: Onkologische Tagesklinik

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV)

Die Kliniken der Gesundheit Nord (Klinikum Bremen-Mitte, Klinikum Bremen-Nord, Klinikum Links der Weser) bieten Patienten, die keine voll- oder teilstationäre Behandlung benötigen, auch eine ambulante Versorgung im Rahmen der Versorgungsformen §116b bzw. ASV (Ambulante spezialfachärztliche Versorgung) an. Das spezielle §116/ASV-Behandlungskonzept ist für Patienten, die an einer seltenen oder schweren Erkrankung mit besonderem Krankheitsverlauf leiden, eingerichtet worden; insbesondere Krebserkrankungen gehören dazu. Die Behandlung übernehmen Ärzteteams unterschiedlicher Fachrichtungen aus Arztpraxen und Krankenhäusern in enger Zusammenarbeit.

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) an Krankenhäusern

An den Standorten einiger Krankenhäuser befinden sich so genannte Medizinische Versorgungszentren (MVZ), in denen einzelne Fach- bzw. Praxisbereiche in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Krankenhaus die Behandlung von an Krebs erkrankten Patienten ambulant begleiten bzw. fortsetzen, z.B. bei der Strahlen- oder der Chemotherapie, bei kleineren Tumoroperationen, bei der Vorsorge oder bei der Nachsorge. Sie bilden damit ein wichtiges Bindeglied bei der Verzahnung von stationärer und ambulanter Behandlung. 

An folgenden Krankenhäusern gibt es solche Medizinischen Versorgungszentren:

  • Klinikum Bremen-Mitte: Fachärztezentrum Hanse
  • DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus: Ärztehaus am DIAKO
  • Krankenhaus St. Joseph-Stift: Gynaekologicum Bremen
  • Rotes Kreuz Krankenhaus: Medizinisches Versorgungszentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus
  • Paracelsus Klinik Bremen: Medizinisches Versorgungszentrum (Schmerzmedizin)
  • Klinikum Bremerhaven Reinkenheide: Medizinisches Versorgungszentrum am Klinikum Bremerhaven
  • AMEOS Klinikum Am Bürgerpark Bremerhaven: AMEOS Poliklinika Bremerhaven

Ambulante Operationen

Die operative Entfernung von Tumoren lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen auch ambulant durchführen. Dies hängt aber vor allem vom Ausmaß der nötigen Operation ab. Hauttumoren im Gesicht lassen sich häufig mit Hilfe eines ambulanten Eingriffs entfernen. Auch andere kleinere Tumoren können oft ambulant operiert werden, sofern eine vollständige Entfernung der Lymphknoten im Halsbereich nicht notwendig ist.

Sprechstunden

Vor der Behandlung einer Krebserkrankung bieten die Krankenhäuser in Bremen und Bremerhaven unterschiedliche Arten von Sprechstunden mit verschiedenen Bezeichnungen an, so z.B. onkologische Sprechstunden, ambulante Sprechstunden, Spezial- oder Privatsprechstunden. Hier können sich Patienten von erfahrenden Spezialisten ausführlich beraten lassen. Es empfiehlt sich, zu den Sprechstunden Vorbefunde, Arztberichte von Voruntersuchungen oder Bilder von radiologischen Untersuchungen mitzubringen, um den Ärzten und Ärztinnen die Möglichkeit zu geben, sich schnell ein umfassendes Bild zu machen. Außerdem werden so unnötige Doppeluntersuchungen vermieden.

Psychoonkologische Versorgung

Eine Krebserkrankung verändert das Leben von Patienten und Angehörigen fundamental. Die Krankheit und ihre Behandlung belasten sie meist nicht nur körperlich, sondern auch seelisch; hinzu kommen oft berufliche, soziale, finanzielle und auch familiäre Auswirkungen. Daher bieten so gut wie alle Krankenhäuser, die Krebspatienten behandeln, eine psychoonkologische Behandlung und Betreuung an, gerade auch im Rahmen einer teilstationären oder ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) in den onkologischen Zentren. Speziell weitergebildete Psychoonkologen helfen den Patienten z.B. mit Psycho-, Bewegungs-, Ergo- und Kunsttherapie sowie Entspannungstechniken, die unterschiedlichen Probleme, die eine Krebserkrankung mit sich bringt, zu bearbeiten. Auch eine medikamentöse Therapie, z.B. bei Depressionen, kann zur psychoonkologischen Versorgung gehören, ebenso Patientenschulungen zum Umgang mit der Krankheit sowie Beratungen und Hilfeleistungen des Krankenhaus-Sozialdienstes, oder in bestimmten Kliniken auch die onkologische Pflegefachberatung.