Krankenhaus-Hygiene

Vermeidung von Infektionen auf hohem Niveau

Die Krankenhäuser in Bremen und Bremerhaven haben ihre Maßnahmen zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen konsequent weiterentwickelt und ein hohes Niveau erreicht. Durch speziell fortgebildetes Fachpersonal, ein engmaschiges Netz von Kontrollen und sofortige Meldungen an die zuständigen Behörden wird das Auftreten von Infektionen, insbesondere von antibiotikaresistenten Erregern, frühzeitig entdeckt und so wirksam wie möglich bekämpft.

Alle Krankenhäuser in Bremen und Bremerhaven sind dem im MRE-Netzwerk Bremen beigetreten, um gemeinsame Standards zur Vermeidung von Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) umzusetzen und weiter zu verbessern.

Auf den folgenden Seiten informieren Sie die Bremer und Bremerhavener Krankenhäuser über Vorschriften und Maßnahmen zur Krankenhaushygiene und Infektionsvermeidung. Mit diesem Wissen können Sie bei einem Krankenhausaufenthalt die Einhaltung der Vorschriften beurteilen und gegebenenfalls einfordern und auch selbst zur Infektionsvermeidung beitragen.

Hier können Sie grundlegende Informationen zum Thema Krankenhaushygiene abrufen:

Die Aufgabe der Krankenhaushygiene ist es, im Krankenhaus erworbene Infektionen zu verhüten, zu erkennen und zu behandeln. Um diese Infektionen auf ein Mindestmaß zu reduzieren, haben die Krankenhäuser im Land Bremen ihre Maßnahmen zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen stetig weiterentwickelt.

Den gesetzlichen Rahmen hierfür bilden das novellierte Infektionsschutzgesetz und die daraus abgeleitete Hygieneverordnung für das Land Bremen (Verordnung über die Hygiene und Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen). So wurde zum Beispiel die Ausstattung der Krankenhäuser mit Hygienefachpersonal verbessert – in Bezug auf die Anzahl der Hygiene-Experten und auf die Qualifikation der Beschäftigten beim Thema Hygiene. Durch so genannte Infektionshygienische Audits (Untersuchungsverfahren) prüft das Gesundheitsamt alle zwei Jahre, ob die Krankenhäuser die gesetzlichen Anforderungen einhalten. Mit dieser detaillierten Überwachung nimmt Bremen als Bundesland eine Vorreiterrolle ein.

Ins Krankenhaus kommen viele Menschen. Sie sind meist durch Krankheiten, Verletzungen oder eine Operation geschwächt und haben geringere Abwehrkräfte. Sie können aber auch Erreger von außen ins Krankenhaus hineintragen. Die sich immer weiter entwickelnde Medizin macht Behandlungen möglich, die – als Kehrseite der Medaille – auch ein gewisses Infektionsrisiko mit sich bringen können. Zum Beispiel durch Beatmungsschläuche, Urin- oder Venenkatheter werden künstliche potenzielle Eintrittspforten für Erreger geschaffen. Studien kommen zu dem Schluss, dass nur rund ein Drittel dieser Infektionen vermeidbar sind. Ein weiterer Risikofaktor ist das Lebensalter der Patienten. Insbesondere Früh- und Neugeborene sowie die durch eine höhere Lebenserwartung immer älter werdenden Patientinnen und Patienten sind besonders infektionsgefährdet.

Durch ein effizientes Hygiene-Management im Krankenhaus können im Krankenhaus erworbene Infektionen systematisch verhütet, erkannt und behandelt werden. Eine zentrale Maßnahme, um die Ausbreitung von Infektionen zu vermeiden, ist die Händehygiene des Personals: Vor und nach jedem direkten Patientenkontakt müssen die Hände desinfiziert werden. Am Robert Koch-Institut in Berlin befassen sich verschiedene Kommissionen mit Themen der Infektionsverhütung. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) erarbeitet verbindliche Empfehlungen zur Vorbeugung von im Krankenhaus erworbenen Infektionen.

Gefürchtet sind vor allem Bakterien, die nicht mehr mit gängigen Antibiotika bekämpft werden können. Normalerweise töten Antibiotika Bakterien ab. Aufgrund des massenhaften Einsatzes von Antibiotika – z.B. bereits bei harmlosen Erkältungen oder auch in der Tiermast – haben sich manche Bakterienstämme angepasst und so verändert, dass viele Antibiotika ihnen nichts mehr anhaben können. Sie werden resistent. Sie können dann nur noch mit sogenannten Reserve-Antibiotika wirksam bekämpft werden. Diese Situation tritt immer häufiger auf. Besonders verbreitet ist der Methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA). Er kann Wundinfektionen, Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen auslösen, die nicht oder nur noch mit sehr speziellen Antibiotika behandelt werden können.

Weitere Beispiele für resistente Bakterien sind:

  • VRE (Vancomycinresistente Enterokokken)
  • ESBL-bildende Bakterien/MRGN (Extended Spectrum Beta-Lactamase – beta-Laktamase mit erweitertem Spektrum / Multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien)

Infektionen, die durch die Gabe von Antibiotika ausgelöst oder begünstigt werden:

  • Clostridium-difficile-assoziierte Durchfälle

Infektionen durch andere Erreger, die sich schnell in Gemeinschaftseinrichtungen ausbreiten können:

  • Magen-Darm-Infektionen durch Noro-, Rota- und Adenoviren

Keime werden meist durch Kontakt, vor allem über die Hände aber auch durch Gegenstände wie Medizingeräte oder Pflegeutensilien, übertragen. Sie können auf diesem Wege in offene Wunden oder in die Schleimhäute geraten. Über die Luft ist die Infektionsgefahr eher gering.

Basishygienemaßnahmen des gesamten Krankenhauspersonals im Kontakt mit allen Patienten, z.B. Händedesinfektion vor einer Injektion, tragen wesentlich zur Vermeidung einer Übertragung bei. Mit besonderen Schutzmaßnahmen soll vor allem die Verbreitung von MRSA innerhalb eines Krankenhauses vermieden werden. Hierzu gehört etwa die Unterbringung in einem Einzelzimmer.