Versorgung von Schwerverletzten

Traumanetzwerk Bremen – Ein Netzwerk für Schwerverletzte

Das Traumanetzwerk Bremen wurde 2007/2008 ins Leben gerufen und ist von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziert. Es setzt sich aus Krankenhäusern mit Traumazentren unterschiedlicher Versorgungsstufen zusammen (siehe unten). Damit ist die Behandlung von Schwerverletzten auf hohem Standard gesichert und die ständige Verbesserung der Versorgungsqualität gewährleistet. Neben Krankenhäusern in Bremen und Bremerhaven nehmen auch das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg (Wümme), die Helios Klinik Cuxhaven, das Krankenhaus Johannes Wildeshausen und das Aller-Weser-Klinikum Verden teil. Das Traumanetzwerk Bremen ist weit über die Grenzen des Stadtstaates hinaus von Bedeutung.

Bundesweit sind über 50 Traumanetzwerke registriert. Alle Patienten werden dokumentiert und bundesweit in einem zentralen Register erfasst. Das Traumanetzwerk Bremen schneidet dabei im Bundesvergleich immer überdurchschnittlich gut ab.

Interdisziplinäre Behandlungsteams

Patienten mit lebensgefährlichen Verletzungen, die sofort behandelt werden müssen, werden in das nächstgelegene Traumazentrum eingeliefert. Wenn von der Leitstelle ein Schwerverletzter angekündigt wird, setzt sich sofort eine Meldekette in Gang, die alle Ärzte, Pflegekräfte und Spezialisten, die nach Auskunft des Notarztes für den spezifischen Patienten erforderlich sind, alarmiert. So steht bei Ankunft des Patienten ein interdisziplinäres Behandlungsteam bereit.

Lokale Traumazentren

Lokale Traumazentren sind in der Lage, die Erstversorgung der Verletzten zu übernehmen und ihre Vitalfunktionen zu stabilisieren. Hier geht es zuallererst darum, Leben zu retten. Im Schockraum werden die Atemfunktion aufrechterhalten sowie Blutungen kontrolliert und versorgt. Lokale Traumazentren verfügen über die Abteilungen:

  • Unfallchirurgie
  • Viszeralchirurgie (Chirurgie des Bauchraums)
  • Anästhesie (Narkose und Intensiv-Überwachung)
  • Radiologie (Röntgen und Bestrahlung)

Im Schockraum wird auch eine Computertomografie der verletzten Organe oder Körperteile gemacht, um das Ausmaß der Verletzungen feststellen zu können. Sobald die Schwerverletzten stabil und transportfähig sind, werden sie in ein Regionales oder Überregionales Traumazentrum verlegt, das sie weiterbehandeln kann.

Lokale Traumazentren im Traumanetzwerk Bremen sind:

  • AMEOS Klinikum Mitte Bremerhaven
  • Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen
  • Klinikum Bremen-Ost
  • Krankenhaus Johanneum Wildeshausen
  • DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus (in Vorbereitung)
  • Aller-Weser-Klinik Verden (in Vorbereitung)

Regionale Traumazentren

Ein regionales Traumazentrum verfügt zusätzlich zu den Abteilungen der 1. Stufe über weitere Abteilungen wie:

  • Neurochirurgie (Chirurgie des Gehirns und des zentralen Nervensystems)
  • Gefäßchirurgie (Chirurgie der Blutgefäße)

Dort können beispielsweise Schädel-, Hirn- und Rückenmarksverletzungen behandelt, komplizierte Blutungen gestillt und abgetrennte Körperteile replantiert (angenäht) werden.

Regionale Traumazentren im Traumanetzwerk Bremen sind:

  • Klinikum Links der Weser
  • Klinikum Bremen Nord
  • Helios Klinik Cuxhaven

Überregionale Traumazentren

Sie sind die oberste Stufe eines Traumazentrums und bieten eine personelle und apparative Ausstattung, mit der alle Arten von Verletzungen auf höchstem Niveau sowohl akut als auch im weiteren Behandlungsverlauf versorgt werden können. Sie haben zusätzlich Abteilungen wie:

  • Herzchirurgie und Thoraxchirurgie (Brustraum-Chirurgie)
  • Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Augenheilkunde
  • Urologie
  • Gynäkologie
  • Plastische Chirurgie
  • Kinderchirurgie / Kinderheilkunde

Innerhalb des Traumanetzwerks Bremen fungieren als Überregionale Traumazentren:

  • Klinikum Bremen-Mitte
  • Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide
  • Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg (Wümme)